Deckenstrahlplatten gelten gerade im Hallenbereich als eine besonders effiziente Option, große Raumvolumen auf energieeffiziente und gleichzeitig behagliche Weise zu temperieren – bis zu 40 Prozent Energieeinsparung sind mit dieser Lösung möglich bei gleichzeitig besonders schnellen Reaktionszeiten und angenehmem Temperaturempfinden. Dass diese Vorteile keine Momentaufnahme darstellen, zeigt sich bei einer Langzeitbeobachtung: So stellte die Staatliche Feuerwehrschule Regensburg bereits vor acht Jahren auf diese moderne Form der Beheizung von Großobjekten um, wobei sich seither im Dauerbetrieb die positiven Aspekte der Technologie bestätigten. Gleichzeitig stellen die individuell an das Dach angepassten Strahlplatten-Elemente seither ein prägendes Gestaltungselement dar, welches den Charakter des geschwungenen Dachprofils zusätzlich unterstreicht.

Wasser Marsch – wie eine große Woge braust das geschwungene Dach über die Außenwände der Übungshalle auf dem Gelände der Feuerwehrschule Regensburg. Das Bauwerk aus der Mitte der 1970er Jahre mit seiner ausgefallenen Deckenkonstruktion wurde bis vor acht Jahren mit Hilfe von Lufterhitzern erwärmt. „Das Problem hierbei war, dass neben dem hohen Leistungsbedarf und Energieaufwand diese Anlage auch zu laut war“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Ulrich Dickert, zuständiger Fachplaner für die Sanierung der Wärmeversorgung. „Da bei dem Lärm der laufenden Lufterhitzer kein konstruktiver Lehrbetrieb möglich war, musste die Halle vor Veranstaltungen stets stundenlang per Konvektion aufgeheizt werden – sowohl das Luftvolumen als auch die Wände – um dann kurz vor der Schulung das System abzuschalten.

Die Grundfläche der Feuerwehr-Übungshalle erstreckt sich über 2.370 m². Die erhöhte Energieeffizienz der Strahlplatten gegenüber Lufterhitzern wirkt sich sehr positiv auf die Betriebskosten aus. Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH

 

“Eine extrem ineffiziente und zudem ungemütliche Lösung. Im Jahre 2005 stellte man schließlich auf ein Deckenstrahlplatten aus dem Hause Zehnder um. Dieses System benötigt gegenüber der alten Konvektionsheizung nur 280 kW statt 1.200 kW und ermöglicht eine bedarfsgerechte Steuerung. „Durch die extrem kurzen Ansprechzeiten genügt es heute, kurz vor Seminarbeginn per Knopfdruck die Deckenstrahlplatten zu aktivieren. Dann werden die Deckenstrahlplatten vom Warmwasser durchströmt, strahlen die Wärme größtenteils direkt ab und Minuten später herrscht in der gesamten Halle eine gleichmäßig angenehme gefühlte Raumtemperatur“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Dickert. Das liegt daran, dass Deckenstrahlplatten nach dem Strahlungsprinzip funktionieren. Dies bedeutet, es muss nicht das gesamte Luftvolumen erhitzt werden, um die gewünschte Empfindungstemperatur zu erzeugen: Die Infrarotstrahlung der Platten wandelt sich erst beim Auftreffen auf einen Körper in Wärme um.

Form und Funktion: Die Deckenstrahlplatten konnten harmonisch in die gewölbte Decke integriert werden. Dank des Strahlungsprinzips müssen sie nicht die gesamte Raumluft erwärmen, um die gewünschte gefühlte Temperatur zu erreichen. Ihre Infrarotstrahlung wandelt sich erst beim Auftreffen auf den Körper in Wärme um. Das wird vom Menschen als besonders angenehm empfunden und ist zudem energieeffizient. Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH

 

Weil bei dieser Funktionsweise die empfundene Raumtemperatur bis zu 3° Celsius über der Raumlufttemperatur liegt, lässt sich im Hallenbereich damit der Heizenergiebedarf um bis zu 40 Prozent senken. So reicht in der Feuerwehrschule nun an kalten Tagen trotz des großen Raumvolumens der Halle ein Heizungsvorlauf von 80° Celsius bei einem Rücklauf von 55° Celsius um eine für die Übungen angenehme Raumtemperatur von 15° Celsius zu erreichen. Gleichzeitig arbeitet die Anlage völlig lautlos – ein großes Plus im Lehrbetrieb.

Endlich Ruhe: Die alten Lufterhitzer waren so laut, dass sie vor Beginn der Trainings ausgeschaltet werden mussten. Die Deckenstrahlplatten arbeiten geräuschlos und werden dank ihrer extrem kurzen Ansprechzeiten erst direkt vor dem Schulungsbeginn aktiviert. Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH

 

Ein weiteres Argument war sehr wichtig bei der Auswahl der neuen Heizlösung: „Wir wollten unbedingt ein System finden, das den optischen Charakter der Halle nicht negativ beeinträchtigen würde“, so Dipl.-Ing. (FH) Dickert. Bei den Zehnder Deckenstrahlplatten war es nicht nur möglich, diese farblich an die vorhandene Metallkonstruktion zwischen den Holzbindern anzupassen – auch die Biegung der einzelnen Strahlplatten-Elemente konnte genau an die schwungvolle Dachkonstruktion angeglichen werden. Dafür wurden die Verbindungen der Deckenstrahlplatten – eigens vor Ort – mit 10 Grad Gehrung verschweißt. Zudem wurden die Deckenstrahlplatten werkseitig passend zur Decke im RAL-Farbton 9007 lackiert. „Durch die Abhängung parallel zum Verlauf der Deckenkrümmung und die individuelle Farbanpassung fügen sich die modernen Strahlplatten-Elemente zwischen den Dachbindern nicht nur optisch perfekt ein. Sie unterstreichen jetzt auch den ureigenen Technologie-affinen Stil des Bauwerks.“ Insgesamt wurden in der Ausbildungshalle der Feuerwehr Regensburg 17 Deckenstrahlplattenbänder Zehnder ZBN 900/6 bestehend aus jeweils zehn Elementen mit den Abmessungen von 0,9 x 3,8 Meter installiert. Mithilfe des ebenfalls von Zehnder mitgelieferten Montagematerials konnten die Monteure das gesamte Deckensystem in wenigen Tagen aufhängen und in Betrieb nehmen.

Harmonisch eingefügt: Farblich an die vorhandene Metallkonstruktion zwischen den Holzbindern angepasst, unterstreichen die Deckenstrahlplatten zusätzlich die gebogene Grundstruktur und Optik des Hallendaches. Hierzu wurden die Verbindungsrohre extra passgenau auf Gehrung verschweißt. Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH

 

Nach acht Jahren reibungslosen Dauerbetriebs zeigt sich nun: Die Entscheidung für Deckenstrahlplatten war sowohl innenarchitektonisch als auch wirtschaftlich sowie im Hinblick auf Nutzerkomfort ein Erfolg. „Die positiven Erfahrungen über Jahre hinweg haben dazu geführt, dass wir bei vielen Hallenbauten Deckenstrahlplatten empfehlen und planen“, resümiert Fachplaner Dickert. Dabei müssen die Bauvorhaben keinesfalls so gigantische Ausmaße aufweisen, wie die Regensburger Feuerwehrübungshalle: „Auch bei weitaus kleineren Objekten kommen die Vorteile in Sachen Energieeffizienz und Behaglichkeit zum Tragen.“

Zehnder Group Deutschland GmbH, www.zehnder-systems.de

Trotz der stark variierenden Deckenhöhen ist das System durch die Physik der Strahlungstechnik in der Lage, binnen kürzester Zeit an jedem Punkt der Halle in der Horizontalen wie Vertikalen eine sehr gleichmäßige gefühlte Temperatur herzustellen. Dabei ist die Technik sehr verlässlich und wartungsfrei: Seit acht Jahren läuft die Anlage bereits zur vollsten Zufriedenheit des Kunden. Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH

 

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